Kikuma heisst: Fragen wagen

Der kleine Mensch ist noch nicht geboren, und schon nimmt er an der Kultur teil. Fünf Monate im Mutterleib reichen. Das werdende Kind hört die Mutter, es hört Musik. Sogar Sprache kann der Fötus bereits unterscheiden. Vivaldi oder Hard Rock, englisch oder deutsch, das Ungeborene hat Vorlieben und erkennt Vertrautes.

Neulich in der Musikabteilung: ein Fundstück. „Musik im Bauch: Aus Liebe zum Leben und zur Kultur – aus Liebe zur Mutter und ihrem ungeborenen Kind”.

Respekt, habe ich mir gedacht, die sind uns wirklich weit voraus und fangen deutlich früher an als wir, Kultur zu vermitteln. Kultur schon im Mutterleib zu erfahren – das ist allemal wünschenswert, weil es in jedem Fall positive Effekte nach sich zieht.

Stefan Lübbe: „Kultur macht Spaß und gehört von Anfang an zu unserem Leben.”

Stefan Lübbe: „Kultur macht Spaß und gehört von Anfang an zu unserem Leben.”

Im Kern verfolgen wir mit KiKuMa einen ähnlichen Weg: Wir wollen mit unseren Themen Kinder erreichen, in dem wir Eltern ansprechen. Idealer­weise auch jene, die eigentlich mit Kunst und Kultur wenig im Sinn haben – aus welchen Gründen auch immer. Unsere These: Viele Eltern nehmen Kunst und Kultur als einen schwer verdaulichen Brocken wahr und klammern die Themen gerne aus.

Schade, dass hier noch Schwellen existieren. In meinem Verständnis existieren Kunst und Kultur, um von wirklich jedem aufgenommen, gestaltet und ins eigene Leben integriert werden zu können.

Deshalb ist KiKuMa entstanden. Wir wollen Familien ermuntern, sich aktiv am Kulturleben zu beteiligen. Also bieten wir Ideen zum Mit­­machen, zeigen interessante Veran­staltungen im Heft und hier im Internet, und sie sollen spüren: Im Museum lauern Abenteuer, in künstlerischer Kreativität steckt Inspiration für Kinder und Erwachsene.

KiKuMa manifestiert nicht nur die Ziele der Ursula Lübbe Stiftung, deren Vorstandssprecher ich sein darf. KiKuMa ist vom ersten Moment an auch ein sehr persönliches Anliegen für mich als Verleger, der seinen Beruf auch als Berufung versteht.


Deswegen möchte ich dieses Magazin mit jeder Ausgabe ver­bessern. Daher würde ich mich freuen zu erfahren, was Sie, liebe Eltern und Kinder, gerne in diesem Magazin ­lesen oder daran ändern würden. Egal ob per Brief, per Fax oder als E-Mail freue ich mich über Anregungen, Ideen aber auch über Kritik.

Als Dankeschön erhalten die ersten Zehn, die mir schreiben, ein Buch, das mir persönlich sehr gut gefällt: DAS BUCH DER DEUTSCHEN enthält Texte, Gedichte und Lieder von Walther von der Vogelweide bis zu Herbert Grönemeyer. Es ist ein Buch zum Lesen und zum Vorlesen, ein Buch zum Verschenken, ein Buch, das den Leser über viele Jahre be­gleiten kann.


P.S. An alle werdenden Eltern: Musik fürs Ungeborene bringt wirklich was.

 

Stefan Lübbe