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Die KiKo ist die Interessenvertretung der Kinder
und Jugendlichen, weil die im Parlament keine Stimme haben.
www.kuppelgucker.de
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Miriam Gruß lässt nicht locker: Denn es ist ein hartes Stück Arbeit als Anwältin der Kinder etwas bei Politikern durchzusetzen. Außerdem gelten für die Kinderkommission besondere Regeln. So müssen sich die Mitglieder bei Entscheidungen einig sein. Entweder alle Mitglieder sind dafür, oder alle sind dagegen. Mit Miriam Gruß sprach Doro Dietsch, die im Landtag von Nordrhein-Westfalen den Sachbereich "Jugend und Parlament" leitet.
Gruß: Das ist schwer. In der Kiko muss man das Parteibuch beiseite legen. Da diskutieren wir viel miteinander. Trotzdem gibt es Themen, wo wir verschiedener Meinung bleiben.
Gruß: Sollen Kinder als Testkäufer losgeschickt werden, um zu testen, wo sie Alkohol oder Zigaretten kaufen können. Das war so eine strittige Frage.
Gruß: Wir möchten die Kinderrechte ins Grundgesetz bekommen, denn dort steht nichts zur Anerkennung des Kindes als Persönlichkeit. Kinder kommen nur vor, wenn es um die Erziehungsrechte der Erwachsenen geht.
Gruß: Professor Wolfgang Schneider von der Stiftungsuniversität Hildesheim hat untersucht, welches Bundesland die beste Kulturpolitik für Kinder macht. Hamburg hat gewonnen: Seine Kinderkulturpolitik ist beispielhaft. In den anderen Bundesländer gilt dagegen meist: „Wenn von Kultur die Rede ist, geht es nicht um Kinder; wenn von Kindern die Rede ist, geht es nicht um Kultur!” Dann gab es noch die „World Vision Kinderstudie” mit dem Titel „Kinder in Deutschland”. Auch dort wird die Verbesserung der rechtlichen Stellung von Kindern in Deutschland gefordert und betont, wie wichtig Kulturförderung für Innovationen und Kreativität ist.
Gruß: Letzten Endes kommt es darauf an, dass Geld in die Hand genommen und investiert wird. Vor Ort, in den Städten und Gemeinden, wird oft eingespart und viel zu schnell gestrichen. Besonders die frühe Förderung im Kindergartenalter bringt viel. Wir müssen Druck erzeugen über die Medien, Aufmerksamkeit erregen und Empfehlungen aussprechen. Wichtig wäre auch, dass in möglichst vielen Städten und in den Länderparlamenten Kinderbeauftragte ernannt werden.
Gruß: Nicht rosig. Das kulturelle Angebot heute ist zwar fantastisch, aber es wird immer weniger genutzt. Da ist die Politik gefragt. In staatlichen Museen müsste der Eintritt kostenfrei sein!
Gruß: Daran sollten sich andere Bundesländer ein Beispiel nehmen.
Gruß: Wir geben eine Empfehlung. Wir schreiben die Ministerpräsidenten an. Der Charme ist, dass wir überparteilich agieren.
Gruß: Ich würde mir wünschen, dass wir selbst Gesetzesinitiativen starten könnten, das dürfen bislang nur die Fraktionen.
Kinder und Sport, Kinder und Medien, Kinder und Gewalt, Kinder und Gesundheit, Kinderarmut, Kinder und Kultur, die Kinderkommission des Deutschen Bundestages hat reichlich Arbeit. Dabei ist das nur ein unvollständiger Einblick.
1988 gründeten Abgeordnete die Kinderkommission, kurz KiKo. Die Verantwortlichen wussten, nur wenn diese Kommission allein für die Interessen der Kinder da ist, dann wird in der Politik auch mehr für sie getan. Denn die Kleinsten haben niemanden, der ihre Interessen in der Politik vertritt.
Die Kiko besteht aus den Kinderbeauftragten der fünf im Bundestag vertretenen Parteien. Bei jedem Gesetz, das der Bundestag beschließt, überlegen sie: Ist dieses Gesetz gut für Kinder? Welche Folgen hat es für Kinder?