Die abstrakte Kunst hat viel mehr Möglichkeiten bei der Darstellung. Wo früher nur Menschen, Tiere, Landschaften, Häuser abgebildet wurden, herrscht in der abstrakten Kunst größere Freiheit. Sie ist aber nicht bloß eine moderne Kunstform, mit ihr wollen die Künstler auch Innenwelten darstellen, die vielfältiger sind als die sichtbare Außenwelt. Und noch etwas wollen die Künstler erreichen: Wir sollen uns noch stärker mit ihrem Kunstwerk auseinandersetzen und herausfinden, was uns der Künstler mitteilen will.
Wenn nämlich kein direkter Bezug zur Wirklichkeit hergestellt werden kann, müssen wir das Kunstwerk selbst deuten. Als Hilfestellung wird deshalb oft eine schriftliche Legende mitgeliefert, die uns informiert, was der Künstler bei der Herstellung fühlte oder dachte. Ohne Legende kommen selbst erfahrene Kunstexperten häufig zu unterschiedlichen Meinungen, wenn sie ein und das selbe Werk interpretieren.
Farbe, Form und das Material sind die wichtigsten Bausteine der abstrakten Kunst. Dabei haben die Künstler meist den Anspruch, dass Vergleiche zu Formen und Figuren in der Natur nicht möglich sind. Sie legen Wert darauf, dass ihre Bilder ausschließlich durch die Kreativität des Künstlers entstanden sind.
Zu den wichtigsten Wegbereitern der abstrakten Kunst gehören der französische Maler Francis Picabia und der Russe Wassily Kandinsky, die ab etwa 1911 abstrakte Kunstwerke schufen. Doch die abstrakte Kunst ist gar keine Erfindung des 20. Jahrhunderts. Die Malerei in der jüdischen und islamischen Welt geht diesen Weg seit vielen Jahrhunderten. Das hängt aber hier mit religiösen Überzeugungen zusammen.
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Mit Bewegung, Form, Farbe, Strukturen und Mustern verleihen Künstler ihren Gefühlen und Gedanken Ausdruck. Hier in "Suprematismus Nr. 56" von Kasimir malewitsch aus dem Jahr 1916. |