Wie KiKuMa den neuen Roman von Jonathan Stroud einschätzt, kann man im Fach Lesen der Schatzkiste nachprüfen.
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Der britische Schriftsteller Jonathan Stroud, der Schöpfer der "Bartimäus"-Bestseller, war kürzlich auf einer Leserreise durch Deutschland und hat in mehreren Städten jeweils Hunderte seiner Fans begeistert. KiKuMa traf ihn in Köln, wo er im Rahmen der lit.Cologne vor rund 200 Zuhörern las.
Dem jugendlichen Publikum (es waren auch ein paar Mädchen da) verriet er, dass sein Buch „Valley – Tal der Wächter“ von Motiven nordischer Sagen und Märchen inspiriert worden ist. Im Gespräch mit KiKuMa zeigte sich Stroud auch von den Gebrüdern Grimm beeindruckt. In England seinen solche Volkserzählungen nicht gesammelt worden und deshalb weit gehend verloren. Stroud ließ sich wie viele Engländer vom Zauber des deutschen Waldes einfangen.
Er selbst sieht sich in einer Tradition des modernen Märchenerzählens,das die Bilder von Fabelwelten mit „erwachsenen“ Motiven verknüpft. Das ist wiederum in der angloamerikanischen Literatur stark vertreten. Jonathan Stroud verwies auf den Autor Henry James. (1843-1916).
Stroud räumte an, dass Fantasy-Literatur durchaus etwas mit Flucht vor der Wirklichkeit zu tun hat. Gerade deshalb lässt er seine Figuren bewusst realen Situationen und Problemen begegnen. Hal und Aud, die Hauptpersonen von „Valley“, stehen beispielhaft dafür.
Anders als die meisten Fantasy-Autoren betrachtet Stroud den Hang, die Geschichten in Serien zu erzählen mit Skepsis, auch wenn sein „Bartimäus“ zur Trilogie geraten war. „Das Tal der Wächter“ soll – voraussichtlich – der einzige „Valley“-Titel bleiben.
Peter Sevenich